Freitag, 14. Oktober 2016

Rezension: Cecelia Ahern - Für immer vielleicht



ISBN-13:  9783-596161348
Verlag: Fischer Taschenbuch
Seiten: 448 beim Taschenbuch
Erstveröffentlichung:01.04.2006

Alex und Rosie sind die besten Freunde – über Jahrzehnte und verschiedenste Lebenssituationen und Wohnorte hinweg. Als ein Ozean zwischen ihnen fließt, leben sie diese besondere Beziehung per Brief, E-Mail und Telefon weiter. Hält diese Freundschaft tatsächlich alles aus – von großer Liebe zu anderen Menschen, glücklichen und scheiternden Ehen bis zu Kindern, die eine Herausforderung für die Eltern sind? Wie schaffen es zwei Menschen eine so innige und herzliche Beziehung aufrechtzuerhalten, obwohl sie sich kaum sehen können? Der Leser begleitet die Protagonisten fast ihr komplettes Leben lang und erlebt die Hoch und Tiefs des Alltags und der besonderen Momente mit.

Meine Erwartungen an dieses Buch waren zugegebenermaßen recht gering. Zum einen bin ich überhaupt kein Fan von Liebesgeschichten, zum anderen ist da die Unsicherheit gegenüber Brief-Romanen. Doch diese Erwartungen wurden tatsächlich weit übertroffen.



In dem Buch begleitet der Leser mal mehr, mal weniger intensiv das Leben der beiden Protagonisten Rosie und Alex. Von Problemen in der Schule, über Schwierigkeiten einer alleinerziehenden Mutter, bis hin zu Liebschaften und Berufsleben – dabei wechseln sich Alltagssituationen mit besonderen Ereignissen, wie Hochzeiten und Scheidungen, ab. Einige Jahre werden ausführlicher, andere nur knapp gezeichnet. So werden die Veränderungen der Lebenssituation und deren Folgen (auch emotional) deutlich und wirken stets echt. Ich fand es sehr spannend nicht nur einen kleinen Abschnitt, sondern gleich über mehrere Jahrzehnte die Hauptfiguren begleiten zu können. Dadurch wuchsen sie mir irgendwie noch mehr ans Herz.

Der Schreibstil war für mich etwas ganz besonderes. Die komplette Geschichte ist in Briefen, E-Mails, Notizzettelchen, Chats und SMS erzählt. Als Leser fühlt man sich dadurch direkt angesprochen und es wirkt sehr persönlich. Die einzelne Kapitel und Schriftstücke haben ganz unterschiedliche Inhalte und Umfang, sodass es jedes Mal etwas Neues war. Durch diese Abwechslung war es fast unmöglich zu realisieren, wie schnell die Seiten gelesen wurden und wie tief man plötzlich im Geschehen drin steckte. Die Sprache ist recht alltäglich und einfach, was auch wunderbar zu der Buchform passt. Es gab viele witzige und charmante Passagen, aber auch emotional bewegende Momente. Zu keinem Zeitpunkt wirkte die Geschichte jedoch plump oder kitschig.

Die Hauptcharaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen, weil sie so echt und authentisch waren. Sie hatten durchweg eine einnehmende und besondere Persönlichkeit, ob durch ihre negativen oder positiven Eigenschaften. Besonders Rosie fand ich einfach bezaubernd, gerade weil sie nicht immer perfekt war und auch mal die falsche Ausfahrt genommen hat.

Insgesamt hat mich das Buch absolut positiv überrascht. Die Vielschichtigkeit der Charaktere und der Situationen zeigt, wie schwer und gleichzeitig schön das ganz normale Leben sein kann. Manchmal nimmt das Schicksal einen Umweg um uns durch die Hindernisse auf dem Weg zu bereichern. Und vielleicht merken wir es erst, wenn die nächste Herausforderung vor uns auftaucht. Eine wundervolle Geschichte mit Hoch und Tiefs, mit Lachen und Weinen – und ganz ohne Kitsch. Ich bin wirklich froh, diesem Buch eine Chance gegeben zu haben und kann es uneingeschränkt weiter empfehlen!